Besondere Bildungs- und Erziehungbereiche
Der Wald bietet viele Bildungs- und Erziehungsbereiche an, die wir unterstützen möchten:
Besondere Schwerpunkte bzw. Merkmale bilden
- Der kontinuierliche Wandel der Natur im Laufe der Jahreszeiten. Im Wald erleben die Kinder die Jahreszeiten unmittelbar und auch die damit verbundenen Merkmale. Kinder erfahren und freuen sich über die Veränderung, den Regen, der Pfützen zaubert oder den Bach auffüllt, den Sonnenstrahlen, die hinter den Wolken hervorkommen, der Winter, der den Bach zufrieren lässt.
- Die Fülle an Bewegungsangeboten - Für Kinder ist Bewegung ein Grundbedürfnis, was sich durch einen großen Bewegungsdrang äußert. Der Wald bietet mit seiner unterschiedlichen Geländestruktur, wie der unebene Boden, ein abfallender Hang oder herumliegende Äste, den Kinder viele Möglichkeiten und Freiheiten sich auszuprobieren: klettern, kriechen, springen, hüpfen, balancieren. Die vielen Bewegungsmöglichkeiten und Anlässe fordern und fördern die Kinder im motorischen Bereich auf ideale Weise. Die Kinder werden mit der Zeit immer sicherer und gewinnen eine gute Körperbeherrschung, was auch das Selbstbewusstsein stärkt.
- Die Sinneswahrnehmungen - Im Wald erleben die Kinder eine Vielfalt von Sinnesreizen wahrzunehmen und zu unterscheiden. Wie riecht gesägtes Holz oder modriges Holz?, Wie fühlt sich Moos an? Das Laub raschelt beim Laufen. Jeder Baumstamm fühlt sich anders an. Wenn es lange regnet verändert sich der Boden- er wird weich oder rutschig. Welche Farbe hat der Wald im Sommer und welche Farbe im Winter? Die Vögel singen unterschiedlich. So werden die Kinder geschult differenziert wahrzunehmen. Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen gewesen war. (J.Locke)
- Die Kreativität und Fantasie - Da wenig vorgefertigtes Spielmaterial vorhanden ist, handieren die Kinder mit allem was sie im Wald finden Ästen, Zweigen, Blättern, die sich z. B. in Menschen oder Tiere verwandeln. So wird die Kreativität und Fantasie der Kinder stark angeregt und einem Konsumverhalten vorgebeugt.
- Das Ganzheitliche Lernen - Neben den Spielangeboten und den Bewegungsmöglichkeiten die der Wald selbst bietet, werden die Kinder auch angeleitetes Spielen erleben mit Sing- Kreisspielen. Es werden Mal- und Bastelangebote durchgeführt. Auch Bücher und Geschichten und Lieder werden aufgegriffen. Dabei spielen die Erlebnisse der Kinder eine bedeutende Rolle. Auch immer wiederkehrende Rituale vermitteln den Kindern Sicherheit, vor allem den jüngeren Kindern.
- Die sozial-emotionale Erziehung - Die Kinder leben und lernen in ihrer Waldgruppe, die sich aus unterschiedlichen Kindern zusammensetzt. Es gilt hier die eigenen Bedürfnisse einzubringen, aber auch die der anderen zu respektieren und sich gegenseitig zu helfen. Da auch kaum vorgefertigtes Spielmaterial vorhanden ist, sind die Kinder mehr auf sich angewiesen. Gemeinsame Projekte fordern die Kinder auf miteinander zu kooperieren was letztlich ihr Selbstwertgefühl stärkt und auch die sprachlichen Fähigkeiten schult. Feste und Feiern im kirchlichen Jahreskreis oder der Kindergeburtstag tragen dazu bei ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln.
- Die Gesundheit - Die Erfahrung anderer Waldkindergärten zeigt, dass das viele Draußen sein bei fast jedem Wetter das Immunsystem positiv beeinflusst. Die Kinder werden abgehärtet und sind weniger krank. Auch das Allergierisiko soll laut Studien gesenkt werden. Mit der Zeit lernen Kinder Signale ihres eigenen Körpers wahrzunehmen und zu handeln z. B. ich friere oder ich habe nasse Füße.
- Die Natur als Lebensraum erfahren - Der Wald, ein realer Lebensraum von Tieren, Pflanzen und Bäumen, lädt die Kinder zum Entdecken, Beobachten, Experimentieren ein. So lernen die Kinder die Natur hautnah zu erleben und vor allem die Zusammenhänge zu erkennen. Dadurch entwickeln Kinder eine Beziehung bzw. Gefühle für die Natur, was eine Voraussetzung für den Naturschutz bildet.
Ich schütze nur, was ich liebe.
Ich liebe nur was ich kenne.
Ich kenne nur was ich wahrnehme.
Ich nehme nur wahr, was für mich eine Bedeutung hat,
… und diese Bedeutung vermitteln Erwachsene den Kindern (Knauer/Brand, Herderverlag)
Weitere Bildungs-und Erziehungsbereiche
Die Grundlage für unsere gesamte Arbeit bildet das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz des Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Frauen (BayKiBiG) und der BEP (Bayerische Erziehungsplan). Die Bildungsziele und Bildungsbereiche sind gleich wie im Regelkindergarten.
Zu den Basiskompetenzen zählen
- Die Selbstwahrnehmung
- Die physische Kompetenz
- Die kognitive Kompetenz
- Die Entwicklung von Werten und Orientierungskompetenzen
- Fähigkeit zur demokratischen Teilhabe
- Die lernmethodische Kompetenz
- Die Widerstandsfähigkeit (Resilienz)
Ziele sind
- Wertorientiert und verantwortungsvoll handelnde Kinder
- Sprach- und medienkompetente Kinder
- Fragende und forschende Kinder
- Künstlerisch aktive Kinder
- Starke Kinder
Beobachtungen von Bildungs- und Lernprozessen
Beobachtungen von Bildungs- und Lernprozessen bilden eine wesentliche Grundlage für pädagogisches Handeln in Kindertageseinrichtungen. Sie erleichtern es, die Perspektive des einzelnen Kindes, sein Verhalten und Erleben besser zu verstehen. Weiterhin geben sie Einblicke in die Entwicklung und das Lernen des Kindes und informieren über Verlauf und Ergebnis von Entwicklungs- und Bildungsprozessen. Das Ergebnis ist Grundlage für die Planung und Lenkung zukünftiger Lernprozesse.
Als feste Vorgabe vom Staatsinstitut für Frühpädagogik gibt folgende drei Beobachtungsbögen für alle Kindertagesstätten:
Sismik
Dies ist ein Beobachtungsbogen für systematische Begleitung der Sprachentwicklung von Migrantenkindern.
Seldak (ab 4 Jahre)
Hierbei handelt es sich um einen Beobachtungsbogen für die systematische Begleitung der Sprachentwicklung für Kinder, die mit Deutsch als Erstsprache aufwachsen.
Perik (ab 3,5 Jahre)
Dieser Bogen dient zur Beobachtung der sozial- emotionalen Entwicklung des Kindes.
Für jedes Kind wird der entsprechende Bogen geführt und regelmäßig ausgefüllt.
Unter anderem dienen diese Beobachtungen auch als Grundlage für regelmäßige Entwicklungsgespräche mit Eltern im Rahmen einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft.